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5 Jahre später - Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft gewinnt erneut Silber

Im Mai 2013 schrieb die Schweizer Eishockey Nationalmannschaft Geschichte und sorgte bei den Weltmeisterschaften in Schweden/Finnland mit dem Gewinn der Silbermedaille für ein sportliches Highlight, das völlig unerwartet kam.

 

Fünf Jahre später wiederholt sich die Geschichte in gewissem Sinne, neben Parallelen gibt es jedoch auch grosse Unterschiede. Am 20. Mai in Kopenhagen fehlt sogar nur ein Hauch zum ganz grossen Coup und zum Gewinn von Gold! Das Schweizer Team unterliegt erst im Penaltyschiessen den Titelverteidigern aus Schweden. In der Verlängerung hat vier Minuten vor Schluss Kevin Fiala die grosse Möglichkeit zum "Game winning goal".

 

Doch gehen wir zunächst drei Monate zurück - Olympische Spiele in Pyeongchang. Trainer Patrick Fischer redet im Vorfeld vom Ziel eine Medaille zu gewinnen und auch in den Medien wird die Schweiz zum Favoritenkreis gezählt. Da die NHL während den Olympischen Spiele keine Pause macht und die grossen Eishockey-Nationen nicht auf ihre Stars zählen können, sollte dies die Chancen der Schweiz erhöhen. Zwar fehlen ihr ebenfalls die besten Spieler wie Roman Josi, Nino Niederreiter, etc., doch verglichen mit Kanada, Russland, Schweden, den USA, Finnland und Tschechien sollten diese Abwesenheiten nicht so stark ins Gewicht fallen. Zumindest ist dies der Tenor.... Doch in Südkorea selbst präsentiert sich das Schweizer Team in ganz schwacher Verfassung. Es ist kein Tempo da, die Spieler wirken matt und ideenlos. Überhastete Aktionen, technische Fehler. Die Auftritte bilden eine grosse Enttäuschung und nach der Niederlage im Achtelfinale hagelt es an Kritik. Auch der Coach, Patrick Fischer redet nach dem bitteren Aus Klartext:

 

"Ich bin traurig, leer, extrem enttäuscht. Wir haben uns sehr viel vorgenommen und konnten nicht ein einziges Mal unser volles Potenzial abrufen."

 

Drei Monate später an der WM in Kopenhagen bietet sich bereits die Möglichkeit zur Wiedergutmachung. Die Töne im Vorfeld sind nun leiser, dem Team wird nicht besonders viel zugetraut, denn nun warten Gegner gespickt mit NHL-Haudegen...

 

Der Start ins Turnier verläuft schleppend. Gegen Aufsteiger Österreich resultiert erst nach Verlängerung ein Sieg. In den Folgepartien steigert sich die Schweiz zwar, aus der NHL fliegen Verstärkungsspieler ein, doch gegen die Topnationen Tschechien, Russland und Schweden unterliegt man. Da sich die Schweiz gegen die "kleineren" Nationen jedoch schadlos hält, erreicht sie als Gruppenvierter die Viertelfinals. Das Minimalziel ist erreicht und in der K.O.-Phase kann das Turnier gewissermassen neu beginnen.  Was dann folgt, ist sehr überraschend. Gegen Finnland hält die Schweiz nicht nur mit, im zweiten Drittel werden die Finnen fast schon überrollt. Mit viel Tempo und Präzision werden die Angriffe vorgetragen und tatsächlich die Überraschung gelingt, die Schweiz schlägt Finnland mit 3:2. Was zudem sehr gefällt, wie sich die Spieler in den Interviews danach geben: Es klingt selbstbewusst, aber gleichzeitig bescheiden. Das Team wird in den Vordergrund gerückt, nur so können wir Erfolg haben und gegen die besten Teams bestehen. Es braucht Leidenschaft und Disziplin! 

 

Zwei Tage später setzt das CH-er Team noch einen drauf. Gegen Rekordweltmeister Kanada gewinnt man erneut mit 3:2, nimmt dabei auch reichlich Glück in Anspruch, doch das braucht es auch, um gegen ein Team wie Kanada triumphieren zu können. Zudem hat sich Torwart Leonardo Genoni in eine absolute Weltklasseform gesteigert und lässt die kanadischen Stürmer ein ums andere Mal verzweifeln.

 

So kommt es am 20. Mai wie fünf Jahre zuvor erneut zum WM-Finale zwischen Schweden und der Schweiz. Letztlich fehlt nur ein Hauch zum ganz grossen Coup aus Schweizer Sicht. Nach der Niederlage im Penaltyschiessen zeigen sich die Spieler äusserst enttäuschend, doch mit einigem Abstand werden sie sicherlich auch mit viel Stolz und Genugtuung auf die Tage in Dänemark zurückschauen können. Es war ein grossartiger Auftritt nach Anlaufschwierigkeiten, der in der Schweizer Eishockey-Szene für viel Freude und Euphorie gesorgt hat.

 

Und in zwei Jahren, 2020, wird die WM in der Schweiz stattfinden...